... gibt es nicht mehr ... Aufgrund des neuen Prostitutionsgesetzes sehe ich mich leider gezwungen, meine Tätigkeit als kommerzielle Domina zum 01. Januar 2018 zu beenden. Das Gesetz gibt vor, dass sich jede Frau, die im sexuellen Gewerbe tätig ist bzw. eine solche Dienstleistung anbietet, beim Ordnungsamt der Stadt, in der sie ihrer Tätigkeit nachgeht, als “Prostituierte” anmeldet und im Rhythmus von zwei Jahren (*) bei der Behörde vorstellig wird - das gilt nicht nur für Damen im konventionellen Bereich, die Oral-, Vaginal- oder Analverkehr durchführen. Auch wer Tantra-Massagen oder Escort anbietet, fällt unter das neue ProstSchG. Es wird eine Leistung mit sexuellem Hintergrund finanziell angeboten und allein das ist entscheidend. Und dazu zählt das Praktizieren von BDSM natürlicherweise auch. Des weiteren müssen alle Damen (*) zur jährlichen Gesundheitsberatung. Ein „Outing“ als Prostituierte wird also erzwungen! Lt. Amnesty International ist das Gesetz „nicht vereinbar mit Menschenrechtsstandards“! Das örtliche Ordnungsamt leitet die Personalien der Frau an die Polizei und an die entsprechende Finanzbehörde weiter, so dass der Begriff “Prostituierte” in allen relevanten Akten steht. Der „Tagesspiegel“ beschreibt dies ganz treffend: „Es werde „eine Sonderdatenbank speziell für Huren“ geschaffen, und niemand könne ausschließen, dass Informationen daraus nach außen gingen und zum Outing missbraucht würden.“ Es wird ein s.g. „Hurenpass“ ausgestellt, den die Dame bei Ausübung ihrer Tätigkeit mit sich führen und auf Anfrage vorzeigen muss. Ich gehe zwar nach Möglichkeit offen mit meiner Passion um, doch möchte ich selbst entscheiden, wem ich davon erzähle. Und ich mag mir nicht ausmalen wie beispielsweise eine allgemeine Polizeikontrolle verlaufen könnte, wenn der oder die PolizistIn bei der Überprüfung meiner Papiere auf den Begriff “Prostituierte” in den hinterlegten Daten stößt. Viele Menschen sind nicht frei von Vorurteilen – dies bestätigte mir ein Polizist im persönlichen Gespräch. Sein Rat: „Hören Sie mit Ihrer professionellen Tätigkeit auf.“ Ich fühle mich gebrandmarkt. Abgestempelt. Diskriminiert. In meinen Persönlichkeits- und Grundrechten massiv und sehr weitreichend beschränkt. Lebenslang - bzw. solange dieses Gesetz nicht geändert oder vor dem Verfassungsgericht „gekippt“ wird. Nicht nur, weil ein solcher Akteneintrag datenschutzrechtlich bedenklich, der Eintrag „Prostituierte“ entgegen evtl. Versprechen niemals gelöscht, möglicherweise verbreitet und/oder sogar missbraucht werden könnte (Tagesspiegel: „Erst kürzlich sei eine Kommune vor Gericht gegangen, als eine ehemalige Prostituierte eine Kita eröffnen wollte.“). Sondern weil mir auch die Möglichkeit genommen wird, mit meiner Passion meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Es fällt mir extrem schwer, aber so lange sich nichts an der Gesetzeslage ändert, werde ich meine Peitsche Wohl oder Übel an den Nagel hängen müssen. Nun könnte man sagen: „Wo kein Kläger, da kein Richter.“ Doch ich werde das Risiko NICHT eingehen und mich der Gefahr einer Anzeige aussetzen. Ich bitte daher darum, dies zu respektieren! Ab sofort übe ich also lediglich eine beratende Tätigkeit aus, wobei dies auch kein leichtes Unterfangen ist. Weitere Informationen hierzu sind unter dem Punkt „Beratungen“ zu finden. (*) ab dem 21. Lebensjahr